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  Bereich Hamburg  
Diese Seite steht nicht in Konkurrenz zu existierenden Websites über die Hamburger Hochbahn und deren frühere Straßenbahn. Vielmehr lag mir daran die negative Entwicklung des Hamburger ÖPNV-Netzes als Folge der verfehlten Verkehrspolitik der 50er und 60er Jahre aufzuzeigen, die sich mehr oder minder der Forderung der Automobil-Lobby "Freie Fahrt für freie Bürger" beugte. Weiteres Beispiel für diese politische Sackgasse wäre West-Berlin, wo aber außerdem der Mauerbau als Katalysator wirkte. Für die Entwicklung des Berliner Tram-Netzes existiert jedoch eine überaus detaillierte Dokumentation bereits von Sascha Teichmann.

Daher beschränke ich mich auf Hamburg, für das ich hier die Nachkriegs-Entwicklung des Nahverkehrsnetzes mit Schwerpunkt auf dem Niedergang der Straßenbahn skizziert habe. --- Hamburg hatte einst mit 412 km Linienlänge das zweitgrößte deutsche Straßenbahnnetz, dieses war bereits 1950 kriegsbedingt um ein Viertel geschrumpft. Politisch gewollte musste ab Mitte der 60er überwiegend auf Verschleiß gefahren werden, bis Linie 2 schließlich 1978 als Allerletzte eingestellt wurde. In den Karten ist ferner der parallellaufende U-Bahn Ausbau dargestellt, welcher den Rückbau der Tram aber bei weitem nicht kompensieren konnte.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurde daher ein U- und S-Bahnlinien ergänzendes Schnellbusnetz von bis zu 320 km Länge aufgebaut, das aber seit Anfang der 70er ebenfalls schrumpft, wodurch heute 50% der Hamburger ÖPNV-Fahrgäste auf normale Stadtbuslinien angewiesen sind. ---  Nachtverkehr etablierte sich an der Elbe bereits 1921. Dessen Hauptlast trug wiederum die Straßenbahn; ihre kontinuierliche Ablösung durch Busse ab 1968 ist unten aus den Nachtlinien-Netzplänen abzulesen. 

     
    Die Hamburger Hochbahn (kurz HHA) wurde im Mai 1911 von einem Konsortium aus den Firmen Siemens & Halske sowie AEG als Aktiengesellschaft  gegründet. Zweck war der Betrieb der seit Juni 1906 im Bau befindlichen und am 15.02.1912 eröffneten Hamburger U-Bahn, die noch bis 1950 Hochbahn genannt wurde  und im Volksmund noch lange Zeit so hieß. Beide Firmen hatten zuvor die Ausschreibung für den Bau der Bahn gewonnen.  
Seit 1866 waren in Hamburg ein halbes Dutzend private Trambahngesellschaften unterwegs, deren letzte von der HHA 1923 bzw. 1937 übernommen wurden, seitdem lag der Hamburger ÖPNV  in einer Hand. Das Land Hamburg ist heute Mehrheits-eigner der HHA, sie ist das bedeutendste Verkehrsunternehmen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und befördert mit 5.000 Mitarbeitern täglich 1,2 Millionen Fahrgäste, davon 580 Millionen per Bus.
Aktie der Hamburger Hochbahn AG vom Dezember 1919 über 1.000 Mark Historic-Aktien Museum, Kürnbach (EDHAM e.V.)

Entwicklung des Schienennetzes 1950 - 2010

Netzplan 1950   Netzplan 1955   Netzplan 1958   Netzplan 1960

 

 

 

Netzplan 1962   Netzplan 1963   Netzplan 1965   Netzplan 1968

 

 

 

Netzplan 1970   Netzplan 1971   Netzplan 1972   Netzplan 1974

 

 

 

Netzplan 1976   Netzplan Anf.1977   Netzplan Ende 1977   Netzplan 1978

 

 

 

Netzplan 1985   Netzplan 1991   Netzplan 1996   Netzplan 2010

 

 

 

Entwicklung des Schnellbusnetzes 1960 - 2010

Schnellbusnetz 1960er Jahre   Schnellbusnetz ab 1970   Schnellbusnetz ab 1980   Schnellbusnetz ab 1990

 

 

 

Schnellbusnetz ab 2000   Schnellbusnetz ab 2010   Bis um 1995 Standard: TIM-Drucker   Galoppwechsler der HHA

 

 

 

Entwicklung des Nachtliniennetzes 1950 - 2010

Nachtliniennetz 1951   Nachtliniennetz 1958   Nachtliniennetz 1966   Nachtliniennetz 1970

 

 

 

Nachtliniennetz 1980   Nachtliniennetz aktuell (Mo - Fr)   Nachtliniennetz aktuell (WE)   Führerstand V6 Triebwagen

 

 

 

Impressionen von einer vergessenen Straßenbahn

Strecken- und Liniennetzplan der Hamburger Straßenbahnen, Sommer 1916
 
V6-Tw 3182 mit Beiwagen auf Linie 16 in Marienthal, Gemälde von Gerhard Helzel V6-Tw 3557 in San Franzisco, 1988
 
Schnellbahn Plan 1985   Netzplan Schnellbus 1985
Fahrplan der Linie 1, Sommer 1976
 
Wagen 3205 auf der Linie 12 an der Endstation Zollvereinsstraße (Rothenburgsort), 1959. Die Freifläche links wurde in den 60er Jahren bebaut, der Altbau steht heute nicht mehr.   Einmannbetrieb auf Alsterschiffen: Die HHA-Kapitäne mussten auch kassieren.
Fahrplan der Linie 2, Winter 1937
2 Züge der 5 aus Z1-Tw mit Z2-Bw, 1959 vor der Stilllegung der Endstelle Hellbrook. Die lag in der Wandsbeker Straße gegenüber dem Otto-Versand (jetzt Werner-Otto-Straße). Auf der Linie war wegen der Stumpfendstelle kein Einsatz von Großraumwagen möglich.
Fahrplan der Linie 2, Sommer 1976
 
Über den Mühlendamm fuhr die Tram bis 1957   Linie 14 rangierte an den Landungsbrücken Mitte der 50er über Gleiswechsel.
Winterfahrplan 1937/38, Linie 33
ZOB Barmbek Ende der 60er Jahre und Güterzug vor den S- und U-Bahnsteigen Fahrplan der Hochbahn, Sommer 1936
   
Das Straßenbahnnetz 1956   Broschüre im 30er Jahre-Design
 
Schnellbahnplan zur IGA 1963   Linienplan 1963 (ohne Schnellbus)
 
Schnellbus 91 (jetzt 39) endete bis 27.9.1969 an der Endschleife der Straßenbahnlinien 1 & 7 in Billstedt, unten die heutige Ansicht.
 
Fahrplan der Linie 7 vom Sommer 1965
Bahnhof Harburg - Hochbetrieb um 1930. Diverse Busse sowie ein Wagen der Linie 38 in der Gleisschleife. Dahinter ein Zug der 34.

www.tramfan-ffm.de
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