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55 Jahre HVV - Jubiläumsdokumentation des NDR

Am 29. Novemer 1965 wurde in Hamburg Pionierarbeit geleistet: der Hamburger Verkehrsverbund (kurz HVV) wurde als Deutschland- und Weltweit erster Verkehrsverbund gegründet. Aus den 4 Gründungsmitgliedern wurden bis heute 23 Mitgliedsunternehmen, die Fläche hat sich seitdem fast verdreifacht. Über diese und weitere Fakten berichtete der Norddeutsche Rundfunk kürzlich in einer reich bebilderten Dokumentation mit integrierter Chronik. Hier der Link:
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  HVV - Der Pionier des öffentlichen Nahverkehrs  
 

Diese Seite will nicht mit existierenden Websites über die Hamburger Hochbahn und ihre frühere Straßenbahn konkurrieren. Thema soll dagegen die negative Entwicklung des Hamburger Nahverkehrs-Netzes infolge verfehlter Verkehrspolitik der 50er und 60er sein, welche sich mehr oder minder dem Dogma der Automobil-Lobby "Freie Fahrt für freie Bürger" verschrieben hatte. Weiteres Beispiel für diese politische Sackgasse wäre West-Berlin, wo allersings der Mauerbau als  zusätzlicher Katalysator wirkte. Berlin spielt durch die Teilung eine Sonderrolle und insofern nur bedingt vergleichbar. Über die Entwicklung des Berliner Straßenbahn-Netzes gibt übrigens die hervorragende Dokumentation von Sascha Teichmann einen überaus detaillierten Aufschluss.
Hier beschränke ich mich auf Hamburg, für das ich die Nachkriegs-Entwicklung des Nahverkehrsnetzes mit Schwerpunkt auf dem Niedergang der Straßenbahn in mehreren grafischen Plänen skizziert habe.
Hamburg hatte einst mit 412 km Linienlänge das zweitgrößte deutsche Straßenbahnnetz, das bereits 1950 kriegsbedingt um ca. ein Viertel geschrumpft war. Politisch gewollt, musste ab Mitte der 60er überwiegend auf Verschleiß gefahren werden, bis schließlich 1978 Linie 2 als Allerletzte eingestellt wurde. In den Karten ist ferner der parallellaufende U-Bahn Ausbau dargestellt, welcher den Rückbau der Tram leider bei weitem nicht kompensieren konnte, weshalb Busse heute einen Großteil des Verkehrs abwickeln.
Ab Mitte der 1950er Jahre wurde daher ein U- und S-Bahnlinien ergänzendes Schnellbusnetz von bis zu 320 km Länge aufgebaut, das seit Anfang der 70er wieder schrumpft, wodurch heute 50% der Hamburger ÖPNV-Fahrgäste auf normale Stadtbuslinien angewiesen sind. ---  Nachtverkehr etablierte sich an der Elbe bereits 1921. Dessen Hauptlast trug wiederum die Straßenbahn; ihre kontinuierliche Ablösung durch Busse ab 1968 ist unten aus den Nachtlinien-Netzplänen abzulesen.
    Die Hamburger Hochbahn (kurz HHA) wurde im Mai 1911 von einem Konsortium aus den Firmen Siemens & Halske sowie AEG als Aktiengesellschaft  gegründet. Zweck war der Betrieb der seit Juni 1906 im Bau befindlichen und am 15.02.1912 eröffneten Hamburger U-Bahn, die noch bis 1950 Hochbahn genannt wurde  und im Volksmund noch lange Zeit so hieß. Beide Firmen hatten zuvor die Ausschreibung für den Bau der Bahn gewonnen.  
Seit 1866 waren in Hamburg ein halbes Dutzend private Trambahngesellschaften unterwegs, deren letzte von der HHA 1923 bzw. 1937 übernommen wurden, seitdem lag der Hamburger ÖPNV in einer Hand. Das Land Hamburg ist heute Mehrheits-eigner der HHA, sie ist das bedeutendste Verkehrsunternehmen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und befördert mit 5.000 Mitarbeitern täglich 1,2 Millionen Fahrgäste, davon 580 Millionen per Bus.
Aktie der Hamburger Hochbahn AG vom Dezember 1919 über 1.000 Mark Historic-Aktien Museum, Kürnbach (EDHAM e.V.)

Entwicklung des Schienennetzes 1950 - 2010

Netzplan 1950   Netzplan 1955   Netzplan 1958   Netzplan 1960

 

 

 

Netzplan 1962   Netzplan 1963   Netzplan 1965   Netzplan 1968

 

 

 

Netzplan 1970   Netzplan 1971   Netzplan 1972   Netzplan 1974

 

 

 

Netzplan 1976   Netzplan Anf.1977   Netzplan Ende 1977   Netzplan 1978

 

 

 

Netzplan 1985   Netzplan 1991   Netzplan 1996   Netzplan 2010

 

 

 

Entwicklung des Schnellbusnetzes 1960 - 2010

Schnellbusnetz 1960er Jahre   Schnellbusnetz ab 1970   Schnellbusnetz ab 1980   Schnellbusnetz ab 1990

 

 

 

Schnellbusnetz ab 2000   Schnellbusnetz ab 2010   Bis um 1995 Standard: TIM-Drucker   Galoppwechsler der HHA

 

 

 

Entwicklung des Nachtliniennetzes 1950 - 2010

Nachtliniennetz 1951   Nachtliniennetz 1958   Nachtliniennetz 1966   Nachtliniennetz 1970

 

 

 

Nachtliniennetz 1980   Nachtliniennetz aktuell (Mo - Fr)   Nachtliniennetz aktuell (WE)   Führerstand V6 Triebwagen

 

 

 

Impressionen von einer vergessenen Straßenbahn

Strecken- und Liniennetzplan der Hamburger Straßenbahnen, Sommer 1916
 
V6-Tw 3182 mit Beiwagen auf Linie 16 in Marienthal, Gemälde von Gerhard Helzel V6-Tw 3557 in San Franzisco, 1988
 
Schnellbahn Plan 1985   Netzplan Schnellbus 1985
Fahrplan der Linie 1, Sommer 1976
 
Wagen 3205 auf Linie 12 an der Endstation Zollvereinsstraße (Rothenburgsort), 1959. Die Strecke wurde im gleichen Jahr dem Bus überlassen, die Freifläche kurz danach bebaut.   Einmannbetrieb auf Alsterschiffen: Die HHA-Kapitäne mussten auch kassieren.
Fahrplan der Linie 2, Winter 1937
2 Züge der 5 aus Z1-Tw mit Z2-Bw, 1959 vor der Stilllegung der Endstelle Hellbrook. Die lag in der Wandsbeker Straße gegenüber dem Otto-Versand (jetzt Werner-Otto-Straße). Auf der Linie war wegen der Stumpfendstelle kein Einsatz von Großraumwagen möglich.
Fahrplan der Linie 2, Sommer 1976
 
Über den Mühlendamm fuhr die Tram bis 1957   Linie 14 rangierte an den Landungsbrücken Mitte der 50er über Gleiswechsel.
Winterfahrplan 1937/38, Linie 33
ZOB Barmbek Ende der 60er Jahre und Güterzug vor den S- und U-Bahnsteigen Fahrplan der Hochbahn, Sommer 1936
   
Das Straßenbahnnetz 1956   Broschüre im 30er Jahre-Design
 
Schnellbahnplan zur IGA 1963   Linienplan 1963 (ohne Schnellbus)
 
Schnellbus 91 (jetzt 39) endete bis 27.9.1969 an der Endschleife der Straßenbahnlinien 1 & 7 in Billstedt, unten die heutige Ansicht.
 
Fahrplan der Linie 7 vom Sommer 1965
Bahnhof Harburg - Hochbetrieb um 1930. Diverse Busse sowie ein Wagen der Linie 38 in der Gleisschleife. Dahinter ein Zug der 34.

www.tramfan-ffm.de
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